Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer beträgt grundsätzlich 3,5 Prozent  der Bemessungsgrundlage; sie kann jedoch abweichend in den Bundesländern festgesetzt werden (Art. 105 GG), wovon im Freistaat Sachsen - im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern - jedoch bisher kein Gebrauch gemacht wurde.

Grunderwerbsteuersätze 2016

  • Brandenburg (seit 01.07.2015), Nordrhein-Westfalen (seit 1.1.2015), Saarland (seit 1.1.2015), Schleswig-Holstein (seit 1.1.2014): 6,5 €
  • Berlin (seit 1.1.2014), Hessen (seit 1.8.2014): 6 %
  • Baden-Württemberg, Bremen (seit 1.1.2014), Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen (seit 1.1.2014), Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen: 5 % (ab 1.1.2017 6,5 %)
  • Hamburg: 4,5 %
  • Bayern, Sachsen: 3,5 %
Die Grunderwerbsteuer fällt mit einem rechtswirksamen Grundstückskauf an und berechnet sich nach dem Wert der Gegenleistung (§ 8 GrEStG). Das bedeutet, dass bei einem Vertrag über ein Grundstück im Wert von 50.000 Euro mit Aufbauten im Wert von 100.000 Euro ein Betrag von 150.000 Euro die Bemessungsgrundlage ist. Übernimmt der Erwerber weitere Verpflichtungen des Verkäufers, kann sich die Bemessungsgrundlage erhöhen. Dazu gehören Vermessungskosten oder die Übernahme einer vom Verkäufer geschuldeten Maklerprovision. Bei einem Vertrag über den Kauf eines Grundstücks und ein noch zu errichtendes Bauwerk fällt die Grunderwerbsteuer sowohl auf den Grunderwerb als auch auf die Summe für das Bauwerk an. Durch eine Aufsplittung in Kauf- und Werkvertrag (sog. Koppelvertrag) läßt sich die Steuer nicht vermindern. Andererseits fällt auf bewegliche Gegenstände keine Grunderwerbsteuer an: Das können z.B. eine Einbauküche, Baumaterialien, Heizöl, Sauna, Wärmepumpe, Solarpaneele, Bestands- und Baupläne, Instandhaltungsrücklage beim Verkauf einer Eigentumswohnung sein. Die Grunderwerbsteuer wird innerhalb von vier Wochen nach Erlass des Grunderwerbsteuerbescheids fällig. Dieser Bescheid ergeht nachdem der Notar den Vertrag dem Finanzamt angezeigt hat. Zusätzlich ist Voraussetzung für den Bescheid, dass der Notar mitteilt, es seien alle Bedingungen für die Wirksamkeit des Vertrages eingetreten. Der Notar kann die Umschreibung des Eigentums auf den Käufer erst beantragen, wenn ihm die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes vorliegt. Das ist die Quittung des Finanzamtes über die Zahlung der Grunderwerbsteuer. Wird innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss des Kaufvertrages der Vertrag aufgehoben oder aufgrund eines vorbehaltenen Rücktrittsrechtes rückabgewickelt, so wird die Grunderwerbsteuer auf Antrag zurückerstattet. Grunderwerbsteuer fällt aber nicht nur bei Abschluss eines Grundstückskaufvertrages an, sondern auch bei Tauschverträgen, beim Erwerb im Rahmen einer Zwangsversteigerung und Abtretung von Restitutionsansprüchen. Grunderwerbsteuer fällt ebenfalls an bei der Übertragung von zumindest 95 Prozent der Anteile an einer Kapitalgesellschaft (AG, GmbH) oder einer Personengesellschaft mit eigenem Grundbesitz oder auch dann, wenn die Gesellschaft über andere (Tochter-) Unternehmen Grundbesitz hält. Über weitere Ausnahmefälle informieren wir Sie in unserer Kanzlei und ebenso über die Wege zu einer optimalen Gestaltung aus grunderwerbsteuerlicher Sicht.