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Name des Begriffes: Betriebsaufspaltung
Beschreibungen des Begriffes:

Betriebsaufspaltung

Mit der Trennung des Anlagevermögens (Besitzgesellschaft) vom Umlaufvermögen (Betriebsgesellschaft) begrenzt man die allgemeine Unternehmenshaftung auf den "aktiven" Unternehmensteil. Das Vermögen des Besitzunternehmens haftet den meisten Gläubigern des Betriebsunternehmens nicht (Ausnahme: am Anlagevermögen grundpfandgesicherte Banken). Selbst in der Insolvenz des Betriebsunternehmens geht es der Familie nicht verloren.Besitz und Management können getrennt werden, indem Familienfremde die Geschäfte des Betriebsunternehmens führen, während das Besitzunternehmen in der Hand der Familienmitglieder verbleibt. Der Firmensenior und für die Unternehmensführung nicht vorgesehene Abkömmlinge können zwar renditeträchtig am Besitzunternehmen beteiligt, vom Einfluss auf das Betriebsunternehmen jedoch ferngehalten werden. Über die Betriebspacht können der Inhaber des Besitzunternehmens und etwa der überlebende Ehegatte gleichbleibend kontinuierlich alimentiert werden, ohne dass das Betriebsergebnis die Pachthöhe beeinflussen muss. Steuerrechtlich kommt es entscheidend darauf an, ob bei personeller Verflechtung beider Unternehmen gewerbliche Verpachtung der wesentlichen Betriebsgrundlagen mit Rückfall der Pachtgegenstände bei Pachtende an die Betriebsgesellschaft oder private Vermietung mit einkommenssteuerlicher Aufdeckung stiller Reserven gewünscht ist. Stille Reserven, die häufig im Anlagevermögen schlummern, werden trotz Unternehmensnachfolge, die im Betriebsunternehmern und nicht im Besitzunternehmen stattfindet, von der Schenkungsteuer ausgeschlossen.Bei der "Betriebsaufspaltung im steuerlichen Sinne" muss ein Gleichlauf in beiden Gesellschaften bei Willensbildung, Gesellschafterwechsel (insbesondere bei Vererbung) und Gesellschaftsverträgen hergestellt werden. Soll die Aufspaltung demgegenüber zu Personenverschiedenheit in der Besitz und der Betriebsgesellschaft führen also keine Betriebsaufspaltung im steuerlichen Sinne, muss insbesondere zwischen Eheleuten für Störungsfälle vorgesorgt werden. Z.B. muss der betriebsführende Ehemann bei Scheidung die Möglichkeit haben, die Rückgabe des Betriebsvermögens von seiner Ehefrau zu verlangen, welche die Besitzgesellschaft betreibt. Allerdings werden bei solcher Personenverschiedenheit zwischen Betrieb und Eigentum betriebliche Entscheidungen mitunter unvermeidlich erschwert. Peinliche Sorgfalt ist dem Pachtvertrag als Herzstück der Betriebsaufspaltung zu widmen, insbesondere zur Verteilung der Nutzung, Erhaltung und Erneuerung des Betriebsvermögens.

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