Stiftungen

Da der Entschluss zur Gründung einer Stiftung einer Reihe von unterschiedlichen Beweggründen entspringen kann, ist die Einrichtung der Stiftung in den verschiedensten Bereichen verbreitet.
Eine Rolle können einerseits unternehmerische Motive spielen. So kann zur Wahrung der Unternehmenskontinuität eine Stiftung ins Leben gerufen werden, wodurch einer Zersplitterung infolge der Erbauseinandersetzung oder einer Entwicklung des Unternehmens gegen den Willen des Unternehmers vorgebeugt werden kann.

Andererseits kommt gemeinnützigen Motiven eine zunehmend stärkere Bedeutung zu. Die Zahl der zur Förderung gemeinwohlorientierter Zwecke errichteten Stiftungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dank günstiger Bedingungen wuchsen in den vergangenen Jahrzehnten ansehnliche private Vermögen heran, die nicht selten zur Absicherung von Familienangehörigen nicht oder nur zum Teil benötigt werden. Gleichzeitig stößt in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen die staatliche Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen. Zur Realisierung zahlreicher wünschenswerter, das Gemeinwohl fördernder Projekte ist privater Vermögenseinsatz bereits heute unverzichtbar geworden. Der Gesetzgeber hat dem Stiftungsgedanken durch Verbesserungen des rechtlichen und steuerlichen Rahmens weitere Impulse verliehen, so dass auch künftig mit einer wachsenden Bedeutung privater Stiftungen zu rechnen ist.
Weitere Beweggründe, die zur Gründung einer Stiftung ermuntern können, sind die steuerlichen Vorteile. Diese können jedoch nur dann beansprucht werden, wenn der Stiftungszweck sich im Rahmen der steuerlich zulässigen Zwecke hält. Eine Stiftung ist ein verselbständigtes rechtsfähiges Vermögen, das vom Stifter zur dauerhaften Förderung eines bestimmten Stiftungszweckes gewidmet worden ist. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die rechtsfähige Stiftung über Organe. Die rechtsfähige Stiftung entsteht durch den Abschluss des Stiftungsgeschäftes und dessen Anerkennung durch die Stiftungsbehörde (§ 80 Abs. 1 BGB).

Welchem konkreten Zweck die Stiftung dienen soll, entscheidet der Stifter bei Errichtung der Stiftung. Diesen sog. "Stifterwille" haben die Organe der Stiftung zu verwirklichen. Die Stiftung hat keine Mitglieder, sondern existiert nach ihrer Errichtung unabhängig vom Stifter oder anderen Personen, etwa den Nutznießern ihres Wirkens. Dies macht sie "unsterblich". Eine herausragende Eigenschaft der Stiftung ist zudem die grundsätzliche Unabänderlichkeit des Stifterwillens: Ist das Stiftungsgeschäft von der Stiftungsbehörde anerkannt worden, kann auch der Stifter selbst das Stiftungsgeschäft nicht mehr einseitig widerrufen (§ 82 Abs. 2 BGB). Er ist zur Übertragung des gestifteten Vermögens auf die Stiftung verpflichtet ( § 82 BGB).

Entsprechend der Vielfalt ihrer Aufgaben existieren Sonderformen, z.B. die unternehmensverbundene Stiftung oder die Familienstiftung. Neben der rechtsfähigen Stiftung des privaten Rechtes hat die unselbständige Stiftung vor allem bei kleineren Stiftungsvermögen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung erlangt. Die privaten Stiftungen unterliegen der Stiftungsaufsicht des jeweiligen Bundeslandes. Steuerrechtlich interessant sind insbesondere mögliche Steuerbegünstigungen der Stiftung selbst und die Frage der Steuerfreiheit von Zuwendungen an eine Stiftung.