Partnerschaft 

Mindestens 3 Millionen Menschen leben in Deutschland in Partnerschaft, ohne eine Ehe geschlossen zu haben oder schließen zu wollen. Darüber hinaus lebt eine unbekannte Zahl von Partnern in einer sog. gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Diese Beziehungen sind mehr als etwa eine bloße Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft. Die Partner wollen häufig gegenseitig in den Not- und Wechselfällen des Lebens füreinander einstehen. Es entsteht ein Geflecht persönlicher und vermögensmäßiger Beziehungen.

Obwohl die Partner eine eheähnliche Beziehung führen, bestehen rechtlich ganz erhebliche Unterschiede zu einer Ehe. Ehegatten sind dabei gegenüber unverheirateten Partnern nicht nur im Sozial- und Steuerrecht oder Arbeits- und Erbrecht begünstigt. Vor allem, wenn die Gemeinschaft zerbricht oder ein Partner stirbt, kommen die Unsicherheiten der Rechtsbeziehungen zwischen den Partnern an den Tag.


Für viele Partner empfiehlt sich ein Partnerschaftsvertrag. Oft können dadurch schon vorweg Ungerechtigkeiten vermieden und rechtliche Sicherheiten geschaffen werden. Ein solcher Vertrag kann natürlich keinen Schutz vor persönlicher Enttäuschung und Einsamkeit bieten. Er kann aber bei einer Trennung oder beim Tode eines Partners zusätzlichen Ärger und Kummer ersparen.

Individuelle Interessenlage

Es gibt natürlich nicht "den Partnerschaftsvertrag" als solchen. Partnerschaften sind äußerst vielschichtig. Viele wollen eine "Ehe auf Probe" führen oder sind noch mit einem anderen Partner verheiratet, haben aber eine spätere Heirat im Auge. Andere streben eine Ehe gar nicht erst an, weil sie den Verlust von Unterhalts- oder Rentenansprüchen fürchten oder es sich um gleichgeschlechtliche Beziehungen handelt. Wieder andere wollen eine alternative Beziehung führen und lehnen die Institution der Ehe als solche ab.
Die einen haben einen gemeinsamen Haushalt, bei den anderen hat jeder eine eigene Wohnung behalten. Oft werden gemeinsam größere Vermögensgegenstände angeschafft. Nicht immer sind beide wirtschaftlich unabhängig. Oft verzichtet einer der Partner wegen der Kindererziehung auf eine Erwerbstätigkeit oder es finden gegenseitige Zuwendungen statt. Ein anderer hilft beim Hausbau oder bei Renovierungsarbeiten des anderen persönlich und/oder finanziell mit. Ganz unterschiedlich sind auch die Vorstellungen der Partner, wer Erbe werden soll. Vor allem, wenn Kinder aus früheren Beziehungen vorhanden sind. Diese Beispiele zeigen, dass jeder die Beziehung ganz individuell regeln sollte. Häufig genügt das Festlegen von Einzelpunkten. Eine umfassende Vereinbarung über die Partnerschaft ist meist sogar lebensfremd. Folgende wichtige Gründe können in den Vereinbarungen der einzelnen Paare eine Rolle spielen, müssen dies aber nicht unbedingt.

  • Die Eigentumsverhältnisse der Partner
  • Regelungen über die gemeinsame Wohnung
  • Haushaltsführung und Hausrat
  • Vollmachten im Falle des Todes, schwerer Krankheit oder längerer Abwesenheit des Partners
  • Ausgleich von Aufwendungen, Schenkungen und Verbindlichkeiten im Falle der Trennung
  • Unterhalt und Versorgung der Partner
  • Unterhalt und Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder
  • Verfügungen von Todes wegen